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    Bat for Lashes - Two Suns

    Ihr erstes Album »Fur And Gold« hat Natasha Khan in ihrem Schlafzimmer geschrieben, auf ihrem Bett. Das stand in ihrer Heimatstadt Brighton an der Küste Englands. Mindestens damals waren es dann die Momente zwischen wach sein und schlafen, zwischen konzentriertem Arbeiten und verwirrtem Träumen, die Khans Musikfantasien entstehen liessen. So erzählt sie es zumindest in Interviews und man will ihr nichts anderes als glauben. Der Erfolg dieses ihres ersten Albums hat Khan herausgelockt aus ihrem Schlafzimmer in die Welt, gerade auch nach New York. Sie hat sich verliebt, hat neue Musik kennengelernt und andere Künstler getroffen. Sie hat in New York gefeiert und gelebt, nicht immer glücklich. Sie ist in die Wüste Kaliforniens geflüchtet und hat in ihrem Schlafzimmer in Brighton ihr Leben und ihre Liebe in New York vermisst. »No matter where I was there was always a piece of me missing«, sagt sie über diese zerrissene Zeit.

    bfl

    An alles das darf man denken, wenn man »Two Suns« hört und wenn man sich die Differenzen in Bat for Lashes‘ neuem Album erklären will. Muss man aber nicht. Auch ohne das alles kann man sich von der Musik des Albums erzählen lassen, was Einsamkeit ist und was Sehnsucht, wie man untergehen kann in einer Großstadt und wie man allein sein kann, obwohl man ständig in Gesellschaft ist. Man kann hören, wie man melancholisch tanzt und wie man im Dunklen träumt – von dem, was man nicht hat, und von dem, was man sich wünscht.

    Khans neues Album klingt im Gegensatz zu »Fur And Gold« weniger puristisch, weniger nach Schlafzimmer. Darüber kann man trauern, aber es war ein nur logischer Schritt. »Two Suns« ist definitiv aufwendiger und sauberer. Das ist nicht an sich schon ein Fortschritt, sondern hat im Gegenteil schon so manchen Sound zerstört. Den von aber Bat for Lashes nicht. Die orchestraleren Arrangements machen Khans Musik nicht weniger intim, sondern im Gegenteil mächtiger und ernster. Die komplizierter programmierten Beats lassen die ruhigen Momente nicht untergehen, sondern lassen sie umso heller leuchten. Das neue Feuer in Khans Musik erhellt nicht nur einfach alles, sondern lässt die dunklen Momente auch schwärzer und tiefer erscheinen. Und selbst wenn das nicht so wäre: es bleibt Khans Piano und ihre traurige und hoffnungsvolle Stimme. Es ist wahr, es ist ein Traum.

    [»Two Suns« von Bat for Lashes ist am 06.04.2009 bei Parlophone erscheinen. Das Bild ist von Scorpions and Centaurs.]